Businessplan für einen Dachdecker

Businessplan für Dachdecker: Erfolgreich in die Selbständigkeit

Das Handwerk ist eine Branche, die fachspezifische Kenntnisse, Gewissenhaftigkeit und viel Liebe zum Beruf erfordert. Gleichzeitig bietet dieser Tätigkeitsbereich das einzigartige Erfolgserlebnis, etwas mit den eigenen Händen erschaffen zu haben. Somit ist es kaum verwunderlich, dass viele Handwerksmeister mit Ihrem eigenen Betrieb auf dem Markt auftreten möchten. Vor allem im Bereich der Dachdeckerei ist die Auftragslage gut, sodass eine Existenzgründung äußerst lukrativ sein kann – gewissenhafte Planung vorausgesetzt. Erfahren Sie, was Sie beim Schritt in die Selbständigkeit als Dachdecker beachten sollten und wie Sie das finanzielle Risiko Ihres Vorhabens minimieren können.

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Hoch hinaus: Als Dachdecker selbständig machen

Wer einen eigenen Dachdeckerbetrieb gründen darf, ist in der Handwerksordnung festgelegt. Voraussetzung ist ein erfolgreich erworbener Meistertitel. Falls Sie kein Meister sind, aber über mehrere Jahre hinweg als Geselle in leitender Position gearbeitet haben, fallen Sie unter die Ausnahmeregelung. Eine weitere Möglichkeit zur legalen Gründung einer Dachdeckerei ohne eigenen Meistertitel ist, einen Dachdeckermeister in leitender Position einzustellen. Die strengen Vorgaben basieren auf der großen Bedeutung des Dachs für die Sicherheit und Unversehrtheit eines Gebäudes. Entsprechend dürfen die Arbeiten nur von geschulten Personen mit nachweislicher Expertise und langjähriger Erfahrung durchgeführt werden.

 

Die ersten Schritte für eine Existenzgründung im Bereich Dachdeckerei

Sofern Sie über einen Meistertitel verfügen oder eine alternative Lösung gewählt haben, steht der Gründung Ihres Betriebs nichts mehr im Weg. Wichtig ist, dass Sie Ihre selbständige Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden. Hieraus ergibt sich die verpflichtende Mitgliedschaft in der Handwerkskammer. Letztere ist eine gute Anlaufstelle für fachspezifische Informationen, Branchendaten und Beratungsangebote für neu gegründete Handwerksbetriebe.

Sobald die Formalitäten erledigt sind, beginnt die Vorgründungsphase. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um sich der Businessplanerstellung zu widmen. Ihr Vorhaben als selbständiger Dachdecker im Detail niederzuschreiben, ist für den langfristigen Erfolg Ihres Betriebs entscheidend.

 

Die Vorteile eines Businessplans für Dachdecker:

  1. Sie erhalten leichteren Zugang zum KfW Gründerkredit und zu Fördermitteln.
  2. Private Investoren und Banken sind offener für Finanzierungsanfragen.
  3. Sie erfahren, ob Ihr Konzept wirtschaftlich machbar ist.
  4. Das Risiko eines finanziellen Fehltritts sinkt.
  5. Der Geschäftsplan dient Ihnen als Orientierungshilfe nach der Gründung.

 

In der Dachdeckerbranche gibt es – wie in vielen Handwerksberufen – eine hohe Wahrscheinlichkeit verspäteter oder ausfallender Zahlungen seitens der Kundschaft. Obwohl der Bauherr oft das Material stellt, fallen Personalkosten und andere laufende Posten an. Indem Sie einen fundierten Businessplan für Ihre Dachdeckerei schreiben, steigt Ihre Chance auf Fremdkapital – und dieses wiederum hilft Ihnen, Ihre Liquidität trotz temporärem Zahlungsausfall sicherzustellen. Dies macht den Geschäftsplan zu einem unverzichtbaren Dokument für angehende Dachdecker auf selbständiger Basis.

 

Businessplan für eine Dachdeckerei erstellen: Leitfaden & Tipps für den Inhalt

Unabhängig vom Geschäftsfeld folgt jeder Businessplan einer grundlegenden Gliederung. Sie dient dazu, die Adressaten Stück für Stück durch die unterschiedlichen Aspekte Ihres Konzepts zu führen. Dies erfolgt durch einen Textteil und einen Zahlenteil. Wichtig: Sie schreiben den Geschäftsplan für Ihren Dachdeckerbetrieb auch für sich selbst. Nur wenn dieser vollständig und auf Ihren individuellen Einzelfall zugeschnitten ist, entsteht ein authentischer Plan mit starker Aussagekraft.

 

1. Ihr zukünftiger Dachdeckerbetrieb im Überblick

Dieser erste Teil dient als Einführung in Ihren Geschäftsplan und reißt alle relevanten Themenschwerpunkte kurz an. Während Sie Ihre Idee mithilfe der schriftlichen Ausarbeitung in ein ausgereiftes Konzept überführen, müssen Sie bereits geschriebene Passagen wiederholt überarbeiten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, diesen ersten Teil – das heißt die Zusammenfassung – zum Schluss zu verfassen.

Tipp: Animieren Sie die Adressaten zum Weiterlesen, indem Sie alle wichtigen Eckdaten Ihres Gründungsvorhabens auf maximal drei Seiten ausführen.

 

2. Ihr Porträt als Gründerperson

Banken, private Investoren und die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter vergeben ihre finanziellen Mittel nur an Personen, die mit der nötigen Ernsthaftigkeit und dem erforderlichen Know-how an die Gründung gehen. Verweisen Sie an dieser Stelle auf Ihre bisherigen Erfolge als Dachdecker wie den Erhalt Ihres Meisterbriefs, erfolgreich durchgeführte Projekte oder erworbene Zusatzqualifikationen.

Ein Meistertitel ist keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg, denn für die selbständige Tätigkeit als Dachdecker ist auch die persönliche Eignung maßgeblich. Beschreiben Sie, was Sie zur Existenzgründung im Bereich Dachdeckerei motiviert hat. Erörtern Sie zudem, welche Ihrer Charaktereigenschaften Ihnen bei Ihrer Selbständigkeit zugutekommen.

Tipp: Verfallen Sie nicht in übermäßiges Eigenlob – potenzielle Geldgeber werten dies häufig als Selbstüberschätzung.

 

3. Ihr Konzept und Ihre Betriebsorganisation

Warum sollten Bauherren Sie mit den Dachdeckerarbeiten beauftragen? Bestimmen Sie ein einzigartiges Merkmal, in dessen Genuss die Kundschaft nur bei Ihrem Dachdeckerbetrieb kommt. Dieses kann sich auf den Preis, den Service oder die Qualität Ihres Arbeitsergebnisses beziehen. Mit dem sogenannten Alleinstellungsmerkmal verdeutlichen Sie die Ausrichtung Ihres Handwerksbetriebs.

Gehen Sie an dieser Stelle auch auf organisatorische Aspekte wie die Mitarbeiteranzahl und die Rechtsform Ihres Betriebs ein. Bei Dachdeckerbetrieben stellen die Aufwendungen für das Personal den zweitgrößten Kostenfaktor dar – direkt nach dem Materialaufwand. Im später zu erstellenden Finanzplan des Businessplans spielt der Umfang Ihrer Belegschaft somit eine zentrale Rolle.

Tipp: Wählen Sie ein Alleinstellungsmerkmal, das Sie dauerhaft beibehalten können. Dies ist bei einem besonders niedrigen Angebotspreis beispielsweise nicht der Fall.

 

4. Ihre Zielgruppe – gewerblich, privat oder öffentlich?

In diesem Abschnitt des Businessplans für Ihren Dachdeckerbetrieb führen Sie aus, auf welche Kundengruppe Sie sich mit Ihren Dienstleistungen spezialisieren möchten. Planen Sie, Dächer für Endkunden, Unternehmen oder staatliche Institutionen zu decken? Nur wenn Sie Ihre Zielgruppe kennen, können Sie Ihr Angebot und Ihre Marketingstrategie passgenau abstimmen.

Tipp: Welche Zielgruppe Sie anpeilen, beeinflusst auch Ihre Liquidität – Untersuchungen zeigen, dass sich öffentliche Auftraggeber am meisten Zeit bei der Zahlung lassen.

 

5. Ihre Marktchancen und Ihre Mitbewerber

Welche Preise bieten die Mitbewerber an und in welchem Marktsegment haben sie sich positioniert? Fragen, die Sie in diesem Themenschwerpunkt erörtern sollten. Die Dachdeckerbranche besteht aus vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben, die überall in Deutschland verteilt sind. Entwickeln Sie eine Strategie, mit der Sie sich erfolgreich gegen die übrigen Anbieter durchsetzen. Eine umfangreiche Konkurrenz- und Marktanalyse sollte ein fester Bestandteil der Businessplanerstellung für Ihren Dachdeckerbetrieb sein.

Tipp: Ein aufstrebender Teilbereich der Dachdeckerei ist die klimafreundliche Dachsanierung. Spezialisieren Sie sich auf diese stark nachgefragte Dienstleistung oder eine Nische, um die Konkurrenz abzuhängen.

 

6. Ihre Marketingstrategie

Empfehlungen zufriedener Kundschaft sind im Handwerk unverzichtbar, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Am Anfang lohnen sich Kooperationen mit Architekten oder Bauunternehmen, um erste Aufträge und entsprechende Referenzen zu erhalten. Definieren Sie an dieser Stelle Ihres Businessplans, auf welchem Weg Sie neue Auftraggeber für Ihre Dachdeckerei gewinnen möchten. Fokussieren Sie Ihre Bemühungen auf die Kanäle, in denen sich Ihre Zielgruppe aufhält. Anschließend stellen Sie Methoden (z. B. Flyer, Postwurfsendungen etc.) zusammen, um zu Ihrer potenziellen Kundschaft durchzudringen.

Tipp: Mit einer eigenen Webseite und der Präsenz in Handwerkerportalen betreiben Sie wirkungsvolles Marketing mit geringem Aufwand und niedrigen Kosten.

 

7. Ihr Finanzplan für Ihre Dachdeckerei

Dieser Punkt Ihres Geschäftsplans steht im Zeichen von Daten und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Aufzuführen sind alle einmaligen und laufenden Kosten, Gebühren und Versicherungsbeiträge sowie die voraussichtlichen Einnahmen. Indem Sie einschlägige Kennzahlen berechnen, erhalten Sie als angehender Selbständiger einen ersten Eindruck von der Machbarkeit Ihres Geschäftsvorhabens.

Während für Sie vor allem der Umsatz beziehungsweise Gewinn sowie der Break-Even-Point und die Liquidität interessant sind, interessieren sich externe Geldgeber zusätzlich für den Kapitalbedarf und den Return on Investment. Oft steht und fällt die Finanzierung mit der Authentizität des Finanzplans. Entsprechend sorgfältig und fehlerfrei sollten Sie die Berechnungen vornehmen.

Tipp: Verwenden Sie seriöse Daten aus zuverlässigen Quellen, um die Aussagekraft Ihres Businessplans sicherzustellen.

 

Eigene Dachdeckerei eröffnen und den Traum der Selbständigkeit verwirklichen

Das Dachdeckerhandwerk gehört zu den wenigen Baubranchen, die in den vergangenen Jahren stabil geblieben sind. Grund dafür ist unter anderem die hohe Nachfrage nach klimafreundlichen Sanierungen, die viele Meister zur Gründung Ihres eigenen Dachdeckerbetriebs motiviert. Falls Sie sich auch in diesem Bereich selbständig machen möchten, sollten Sie zunächst einen fundierten Geschäftsplan erstellen. Hierzu schreiben Sie Ihr Konzept nieder, um es auf Tragbarkeit zu untersuchen. Eine Erfolgsgarantie gibt der Businessplan für Ihre Dachdeckerei nicht. Doch: Die detaillierte Analyse Ihrer Existenzgründung minimiert das finanzielle Risiko, das mit dem Schritt in die Selbständigkeit einhergeht.