Businessplan für einen Kiosk

Businessplan für einen Kiosk: Kostenlose Anleitung & hilfreiche Tipps

Ein Kiosk ist längst nicht mehr nur der „kleine Laden nebenan“. Mittlerweile ist er auch ein Treffpunkt, an dem Menschen jeder Altersklasse einkaufen und sich untereinander austauschen können. Während das Konzept in den vergangenen Jahren schwächelte, erlebt der klassische Kiosk aktuell ein Comeback. Entsprechend entscheidet sich ein zunehmender Teil ambitionierter Gründerinnen und Gründer, sich mit dem eigenen Kiosk selbständig zu machen. Falls dies auch Ihr Traum ist, sollten Sie vorab einen vollständigen Businessplan erstellen. Erfahren Sie, was Sie bei der schriftlichen Ausarbeitung Ihres Gründungsvorhabens beachten sollten.

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In drei Schritten den Geschäftsplan für Ihren Kiosk schreiben

Für die Gründung eines Kiosks – auch Spätkauf genannt – scheint die Erstellung eines Businessplans übertrieben. In Wirklichkeit entscheidet das Dokument oft über den Erfolg oder Misserfolg einer Gründung. Das benötigte Startkapital ist hoch, die Konkurrenz stark. Ohne gründliche Vorbereitung kann Ihr Traum vom eigenen Kiosk vorbei sein, bevor er richtig angefangen hat. Ihr Geschäftskonzept schriftlich auszuarbeiten, ist somit essenziell. Halten Sie sich an die folgenden drei Schritte:

  1. Vorbereitung: Datenrecherche, Kostenaufstellung, Prognose der Einnahmen
  2. Umsetzung: Ausarbeitung des Textteils und des Zahlenteils
  3. Kontrolle: Abschließende Prüfung auf Flüchtigkeits- und Rechenfehler

 

Planen Sie ausreichend Zeit für die Erstellung des Businessplans für Ihren Spätkauf ein. Je nach Umfang Ihres Vorhabens sind sechs bis zwölf Wochen erforderlich. Wenn Sie den Geschäftsplan für die KfW oder andere Kapitalgeber benötigen und ihn nicht selbst verfassen möchten, können Sie das Dokument professionell erstellen lassen.

 

Diese Inhalte gehören in den Businessplan für einen Kiosk

In der Praxis hat sich die Gliederung des Plans in sieben Themenbereiche etabliert: Zusammenfassung beziehungsweise Einleitung, Angebot, Gründerporträt, Zielgruppe, Markt und Mitbewerber, Marketingstrategie und – als Abschluss – Finanzplan. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Themen, auf die Sie in den jeweiligen Kapiteln eingehen sollten.

 

Ihr beruflicher Werdegang

Banken, Förderinstitutionen und private Investoren vergeben ihr Kapital nur an Personen, in deren Fähigkeiten sie vertrauen. Für die Gründung eines Kiosks sollten Sie Vorerfahrungen im Einzelhandel oder einem ähnlichen Bereich vorweisen können. Ideal ist, wenn Sie zudem über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen.

 

Angebot Ihres Spätkaufs

Beschreiben Sie, wie das Sortiment Ihres Kiosks aussehen wird. Versuchen Sie auch, das Alleinstellungsmerkmal Ihres Geschäfts zu finden. Hierbei handelt es sich um etwas Besonderes, dass die Kundschaft nur bei Ihnen findet. Beispiele sind längere Öffnungszeiten, spezielle Produkte oder eine breite Auswahl an frisch zubereiteten Speisen.

 

Organisatorisches

In Anbetracht der Öffnungszeiten benötigen Sie für den Betrieb eines Kiosks mindestens eine weitere Person. Aus Ihrem Businessplan sollte deutlich werden, wie viel Personal Sie einstellen möchten und in welcher Vertragsform (z. B. Teilzeit, Vollzeit oder Aushilfe).

 

Rechtliches

Eine Gewerbeanmeldung ist für die Eröffnung Ihres Spätkaufladens verpflichtend. Je nach Sortiment und Geschäftskonzept können spezielle Genehmigungen – wie eine Schanklizenz und eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes – nötig sein. Verdeutlichen Sie, dass Sie die rechtlichen Vorgaben kennen und Ihnen alle erforderlichen Dokumente vorliegen.

 

Zielgruppe

Mit einer Zielgruppenanalyse erhalten Sie Einblick in die Wünsche und Erwartungen Ihrer potenziellen Kundschaft. Diese Informationen helfen Ihnen, Ihr Angebot passgenau zuzuschneiden. Mögliche Quellen sind seriöse Konsumstudien oder eigenständige Marktforschung vor Ort.

 

Standortanalyse

An welchem Ort Sie sich mit Ihrem Kiosk niederlassen, wirkt sich maßgeblich auf Ihren unternehmerischen Erfolg aus. Beschreiben Sie in diesem Abschnitt des Businessplans, warum Sie sich für den Standort entschieden haben. Vorteilhaft für einen Spätkauf ist die Lage in einer dicht bevölkerten Gegend mit hohem Publikumsverkehr.

 

Marktanalyse

Besitzt die Kundschaft auf Ihrem Markt die nötige Kaufkraft, um Ihnen ausreichend hohe Einnahmen zu bescheren? Betrachten Sie dies im regionalen Kontext, denn mit einem Kiosk fokussieren Sie sich auf lokale Kundschaft. Verzichten Sie auf allzu positive Aussagen über die Marktlage, denn diese kann sich jederzeit ändern. Führen Sie daher auch aus, wie Sie auf eventuelle Veränderungen reagieren können.

 

Konkurrenzanalyse

Kaum eine andere Branche ist ähnlich hart umkämpft wie der Bereich der Spätkaufläden. Vor allem in Ballungsgebieten reiht sich oft ein Kiosk an den nächsten. Analysieren Sie, welche Geschäfte in Ihrer Umgebung zu Ihren stärksten Mitbewerbern gehören. Indem Sie deren Sortiment und Service auswerten, finden Sie Inspiration für die Verfeinerung Ihres eigenen Konzepts. Auf diese Weise heben Sie sich positiv von Ihrer Konkurrenz ab.

 

Marketingstrategie

Um Ihren Kiosk dauerhaft erfolgreich zu führen, ist ein treuer Kundenstamm wichtig. Ebenfalls von Bedeutung ist ein kontinuierlicher Zulauf an Neukundschaft. Beides stellen Sie durch gezieltes Marketing sicher. Definieren Sie im Businessplan für Ihren Kiosk, welche Mittel Sie im Rahmen Ihrer Strategie einsetzen möchten. Denkbar sind Flyer, regionale Anzeigen in den sozialen Medien oder Sponsoring von lokalen Veranstaltungen.

 

SWOT-Analyse

Diese Disziplin stammt aus dem klassischen Marketing und verfolgt die Idee, die Stärken, Schwächen, Herausforderungen und Risiken des geschäftlichen Vorhabens gegenüberzustellen. An dieser Stelle können und sollten Sie beweisen, dass Sie die Branche verstehen und auf marktbedingte oder personelle Veränderungen vorbereitet sind.

 

Finanzplan

Der Zahlenteil im Businessplan für Ihren Kiosk ist sowohl für Sie als auch für Ihre Kapitalgeber von besonderer Bedeutung. Sie tragen alle Kosten (z. B. Ladenmiete, Personalkosten, Einkaufskosten, Privatentnahmen, Gebühren etc.) zusammen und setzen sie in Relation zu den voraussichtlichen Einnahmen. Anschließend errechnen Sie die Gewinnschwelle, den Deckungsbeitrag, die Liquidität und andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, um Einblick in die Finanzstruktur Ihres Kiosks in den ersten drei bis fünf Jahren nach der Gründung zu erhalten.

 

Gründung eines Kiosks planen: Alles Wichtige im Überblick

Mit einem Businessplan steht der Eröffnung Ihres Geschäfts nichts mehr im Wege. Dies sind die wichtigsten Fakten zur Geschäftsplanerstellung im Überblick.

  1. Ein Businessplan ist unerlässlich, um Fremdkapital für die Gründung zu beantragen.
  2. Der Inhalt sollte vollständig, schlüssig und authentisch sein.
  3. Das Planungsfenster beträgt in der Regel drei bis fünf Jahre.
  4. Durch das Dokument erhalten Sie Einblick in die Erfolgschancen Ihres Kiosks.
  5. Die Bearbeitungszeit nimmt sechs bis zwölf Wochen in Anspruch.
  6. Im Plan sollten alle Aspekte Ihres Geschäftsvorhabens zur Sprache kommen.

 

Der Plan sollte eine Seitenanzahl von 25 nicht überschreiten. Achten Sie zudem darauf, sachlich und in kurzen Sätzen zu schreiben – frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern.

 

Mit einem Kiosk den Schritt in die Selbständigkeit wagen

Die treue Kundschaft, das familiäre Gefühl oder das leicht umzusetzende Konzept – es gibt viele Gründe, die für die Eröffnung eines Kiosks sprechen. Bevor Sie in die Selbständigkeit starten, sollten Sie Ihre Idee auf Machbarkeit prüfen. Dies gelingt mit einem fundierten Geschäftsplan, der aus einem Textteil und einem Zahlenteil besteht. Ziel ist, alle Aspekte Ihres Vorhabens ins Verhältnis zueinander zu setzen und einen Ausblick auf die Erfolgschancen Ihres Geschäfts zu erhalten. Die Mühe lohnt sich, denn der Businessplan für Ihren Kiosk schützt Sie vor einem finanziellen Fehltritt und erleichtert Ihnen den Zugang zu Krediten, Darlehen und Fördergeldern. Ihn auszuarbeiten, ist für einen ernsthaften Start in die Selbständigkeit somit unerlässlich.